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Gemeinde Koppigen
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Die Sage vom Kirchenbau

 

Der Prior von Thorberg selbst war mit dem Klosterbaumeister nach Koppigen gekommen, um mit den Dörflern zu beraten und den geeignetsten Standort für die neue Kirche zu finden. Platz genug war da. Einmal der alte Königshof (Bühl), der ehemalige Burgstall, hoch über dem Dorf, hatte es vor allem den Koppigern angetan. Trotzdem das ihnen der Prior gesagt hatte, die Burg werde kaum mehr aufgebaut werden, träumten sie weiterhin von ihrem Wunschbild: Der wiedererstandenen Burg vorgelagert auf dem Königshof (Bühl) die neue Kirche, weithin ins Land ringsum schauend und klingend. Der Prior und sein sachkundiger Begleiter hatten aus verschiedenen Gründen den Standort der heutigen Kirche bevorzugt. Der Platz war aber bisher vom Dorf streng gemieden worden, niemand hatte dort, äusserst günstig mitten im Dorf gelegen, ein Haus errichten wollen. Ruinenhafte Steinbrocken lagen von altersher dort, und ausgedehnte Dornsträucher zierten das Trümmerfeld. Es spuke dort, in dem Gemäuer höre man in stürmischen Nächten Gepolter, hiess es. Dem Prior und seinem Baumeister war nicht entgangen, welch vorzügliches Baumaterial im Ruinenfeld lag, und in unmittelbarer Nähe war zudem das Trümmerfeld der zerstörten Burg. Nun, das Gestein der beiden Trümmerstätten auf den Königshof hinaufzutransportieren, bedeutete Riesenarbeit. Dem Prior schwebte zusätzlich noch etwas anderes vor: Mit dem Bau der Kirche auf dem Ruinenfeld des Römerturms würde er die abergläubischen Spukgeschichten aus der Welt schaffen, bei und in der neuen christlichen Kirche würde kein Aberglauben mehr wuchern können. Aber die Koppiger waren auf den Königshof (Bühl) versessen, und so gab ihnen der Prior schweren Herzens nach. Er setzte den Tag der Grundsteinlegung fest und befahl den Dorfbewohnern, hiezu am Vorabend einen grossen Quader aus dem Ruinenfeld beim Römerturm auf den Königshof schleppen zu lassen. Gesagt und mit viel Mühe wurde dies auch getan. Tagsdarauf, am Morgen als der Prior die feierliche Zeremonie der Grundsteinlegung vornehmen wollte, war kein Stein mehr da, er war verschwunden. Bei der sofortigen Nachforschung fand man ihn wieder an seinem alten Platz im römischen Ruinenfeld. Noch zweimal sollen die Koppiger den schweren Block im Schweisse ihres Angesichts auf den Königshof geschafft haben, und beide Male wurde er tagsdarauf wieder an seinem alten Platz gefunden, dann hatten sie genug. Sie verstanden das Zeichen, und die Kirche wurde auf dem Platz des römischen Ruinenfeldes gebaut.


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